Ein Thema, welches mich in den fast letzten zwei Jahren am meisten bewegt hat, war mit dem Rauchen aufzuhören. Hier mein Rauchstopp kurz beschrieben.

Dieser Beitrag ist lebend und wird immer wieder ergänzt und überarbeitet werden. Im Gegensatz zu vielen anderen Seiten, gibt es hier keine Werbung, kein Abo, es wird kein Buch daraus werden. Wer seine Erfahrungen teilen möchte, darf hier gerne (nach Freischaltung) kommentieren.

Grobe Einteilung

  1. Der Weg zum Rauchstopp
  2. Gewohnheiten verlieren
  3. Schlachtplan zum Rauchstopp
  4. Verlauf
  5. Folgen
  6. Tipps & Tricks
  7. Update November 2018
  8. Update Juli 2019

1 Der Weg zum Rauchstopp

Wenn man eine langjährige Rauchkarriere hinter sich hat, mit vielen mehr oder weniger erfolgreichen Versuchen mit dem Rauchen aufzuhören, lernt man sich so nach und nach kennen.

Einige Versuche: Handauflegen in Westerstede, Nikotinpflaster, Hypnose oder Buch wie Allen Carr so als exklusivste mal zu nennen. Der Hintergrund war sicherlich der Drang nach einem „einfachen“ Rauchstopp. Keine Schmacht, keine Entzug, ohne alle diese bösen Wirkungen. Ein Traum, wie sich immer wieder heraus stellen sollte. Hat alles nicht wirklich funktioniert, teilweise keine halbe Stunde, manchmal ein Tag, aber nie länger als zwei drei Tage. Traurig, oder?

Der beste Versuch war einmal der einfachste. Einfach nach Sylvester einfach aufhören. Waren danach drei vier schreckliche Tage, nicht dem Kater wegen, danach ging es. Bis ich dann auf Grund eines unglücklichen Händchens mit Angestellten wieder mit dem Rauchen anfing.

Fazit also, eigentlich geht es, wenn alles irgendwie passt und vor allem Gewohnheiten verloren gehen.

2 Gewohnheiten verlieren

Damit hatte ich unbemerkt schon früher angefangen. Einmal nach der Geburt des ersten Kindes, einfach nicht mehr im Auto rauchen, wenn das Kind dabei war. Das ging irgendwie.

Dann mit dem folgenden neuen Wagen, wo ich mir sagte, „so, in dem neuen Auto rauchst Du nicht mehr.“ und?!? Auch das klappte ziemlich gut. So die ersten Wochen machte man noch recht viele Pausen, wenn man unterwegs war, irgendwann blieben auch diese meistens aus. Also die erste Entkonditionierung geschafft. Denn ja, ich denke, wir Raucher sind extrem konditioniert. Aufstehen -> rauchen, Telefonat -> rauchen, Essen -> rauchen, aus dem Auto aussteigen -> rauchen, etc etc.

Wer kennt das nicht.

Fazit. Es ging. Man kann auch als Raucher Gewohnheiten wieder verlieren – und es tat nicht einmal wirklich weh.

3 Schlachtplan zum Rauchstopp

Aus den vielen Versuchen aus den letzten Jahren stellte ich folgende Dinge für mich fest:

  • ich muss eine ruhige Zeit haben
  • Entkonditionierung und Nikotinentzug auf einmal ist wohl zu viel
  • eigentlich geht es doch

Daher habe ich mich entschlossen, mit Beginn des Sommerurlaubes einen weiteren Versuch zu wagen. Aber dieses mal mit Hilfe von Nikotinspray. So dass ich zu Anfang nur den Entzug der Gewohnheiten habe, nicht auch noch den Nikotinentzug.

4 Verlauf

Auf der Fahrt nach Bayern in den Sommerurlaub funktionierte es schon einmal. Statt wie immer halten zu müssen, habe ich das noch recht ungewohnte und „ätzende“ Nikontinspray Nicorette Spray inhaliert. Aber was mich wirklich wunderte, diese Schmacht, vor der jeder Raucher beim Entzug Angst hat, der Druck des gemeinen Gehirns, welches einem dauernd sagt „hey Christophe, jetzt rauch doch wieder mal eine!“ war weg. Man konnte es wirklich aushalten.

Und mit jedem Tag, anfangs mit auch recht vielen Nikotinspraystößen, ohne Zigarette wurde das Ziel immer greifbarer. Es stellte sich immer mehr das Gefühl ein, dass das dieses mal klappen könnte. Erst einmal ohne große Entzugserscheinungen und halbwegs guter Laune. Klar, man hat sein Nikotin ja auch weiter bekommen. War also weiterhin ein Nikotinjunkie. Aber kein Kippenjunkie mehr.

Nach und nach verging Tag für Tag, Woche für Woche, mal gab es mehr Verbrauch an Nikotinspray, mal weniger, auf lange Sicht wurde es schon nach und nach etwas weniger.

Laut Beilage soll man es nicht mehr als 6 Monate nutzen. Bei mir waren es ca. 10 Monate, sicherlich nicht ganz optimal. An manchen Tagen fühlte sich der Kehlkopf etwas gereizt an, aber nach eine Kontrolle beim HNO war keine Erkrankung zu erkennen und ging nach dem zweiten Entzug auch sehr schnell wieder weg. Daher kam dann auch der Entschluss den nächsten Schritt zu wagen. Den Entzug vom Nikotinspray, dem wundersamen Helfer. Hier auch nun anfangs die Angst vor dem Entzug. Andererseits waren schon 10 Monate ohne Kippe vergangen – und es fühlte sich toll an. Wieso sollte also dieser Schritt nicht klappen? Die Konditionierung, aufstehen -> rauchen, etc. war schon weg.

Also kaufte ich mir dieses mal ein paar (eher viele) Minz Kaugummis, welche in den ersten Tagen sehr gut geholfen haben. So hatte man wieder so ein bisschen das Gefühl vom Nikotinspray. Aber wie auch beim ersten Entzug, es ging doch einfacher als selbst erwartet.

5 Folgen

Eine definitive Folge in meinem Fall war die zweimalige Gewichtszunahme. Einmal mit dem ersten Stopp, nachdem der Gewichtsanstieg hieraus fast abgebaut war, dann die zweite Gewichtszunahme beim Nicorette Spray Stop.

Mir erging es zumindest so, dass man dann in den ersten zwei bis drei Wochen schon recht hemmungslos Hunger hatte und auch entsprechend aß. Danach hat es sich zwar wieder halbwegs normalisiert, aber die Kilos waren dann aber schneller da als weg.

Das Atmen wurde anfangs nicht besser, aber so nach einem Jahr in dem sich alles laufend gebessert hat, waren plötzlich Nase und Lungen wieder frei, so wie ich es aus meiner Raucherzeit zuletzt nicht mehr kannte.

6 Tipps & Tricks

Erster und wichtigster Tipp. Einfach keine Angst haben vor dem Entzug. Das Gehirn ist anfangs gemein, aber genauso gemein muss man es überlisten. Es passt sich der neuen Situation aber genauso schnell an. Ich denke, weiter ist sehr wichtig, aus jedem Versuch den man macht – und wir Raucher versuchen es oft mit dem Aufhören, so ein bisschen für sich zu analysieren, was gut ging und was weniger gut und das gut gegangene wieder zu nutzen.

Ich stellte für mich fest, dass ich erst die Gewohnheiten abtrainieren musste um dann den Nikotinentzug erfolgreich durchhalten zu können.

Jeden, der meine Erfahrungen hier liest, wünsche ich ganz ganz viel Erfolg mit dem Aufhören. Denn es lohnt sich. Und es ist gar nicht so schwer, wie einem das gemeine süchtige Gehirn zu Anfang weiß machen will.

7 Update November 2018

Es läuft. Schmacht wird immer weniger, immer weniger Tage, Stunden, Minuten, Sekunden an denen der Gedanke aufkommt „hey, jetzt rauch doch mal eine Kippe!“. Ja, es gibt diese Gedanken hin und wieder noch, aber sie kommen immer seltener. Man kennt sie fast gar nicht mehr.

Kilos. Purzeln nicht mehr wie gewohnt, derzeit noch ein kleines Plus im Vergleich zu der Zeit vorher. Einerseits gesünderes Essen, fast kein Fast-Food mehr, weniger Süßes, dennoch gönnt man sich mal was, aber eben seltener. Dann nun die dunkle Jahreszeit, in der legt man meist ja eher zu. Des Weiteren mit Ausdauer und Krafttraining wieder begonnen, habe den Eindruck, dass beim aktuellen Stillstand eher Fett in Muskeln umgewandelt wird, da Waage stillstehen bleibt, aber Hose trotzdem noch recht weit ist. Aber ganz ehrlich. Solange es nicht mehr wieder mehr wird, ist es ok. Wenn das Training weiterhin bleibt, das ist nun mein Ziel, wird es im Frühjahr wieder purzeln. Erstes Ziel bleibt der Verzicht auf Kippen.

8 Update Juli 2019

Nun nach mehr als zwei Jahren, immer noch kein Rückfall. Bierchen ohne Verlangen auf Kippe geht, sich zu Rauchern stellen ohne Schmacht geht auch. Kilos sind weiterhin der Kampf, es werden nach dem Umstellungen jedoch nicht mehr mehr. Purzeln aber auch nicht so schnell wie gewünscht. Aber sie dezimieren sich. Auch hier muss man festhalten, dass die Umstellungen ein weiterer kleiner Kampf sind, bzw. waren. Es stellen sich immer wieder Erfolgserlebnisse ein, die einem weiter motivieren. Zuletzt die Aufstiege im bayrischen Wald mit dem Mountainbike, wo man merkte, dass Kondition, Luft, etc. wieder erheblich besser vorhanden sind.

Also, ich kann für mich weiterhin klar feststellen, es ist toll mit dem Rauchen aufzuhören. Auch wenn es langwierig ist, wenn sicherlich auch nicht für alle, jeder ist da anders. Aber alleine die finanzielle Ersparnis bemerkt man auch nach zwei Jahren noch, wenn man fast die PIN von der EC Karte vergessen hat, weil man nur noch so selten Geld am Automaten holen muss. 😉

9 Update September 2019

So. Kilos gehen nun langsam, aber konstant, weg. Nach den schwierigen ersten Wochen im Süßigkeiten-Verzicht, ist es nun genauso einfach geworden am Süßigkeiten-Regal vorbei zu gehen, wie inzwischen am Rauchwaren-Bereich. Strike. Ein nächster wichtiger Erfolg für mich in der eigenen Motivation. Jetzt nur noch es schaffen, wieder zwei bis drei mal die Woche eine mittlere Runde Joggen zu gehen. Ansonsten nutze ich die Samsung Health App und achte immer darauf, meine Schrittzahl von 7000 Schritten im Schnitt pro Monat immer zu erreichen. Zum Jahresende das Vor-Rauchstopp-Gewicht zu erreichen kommt in greifbare Nähe. Und wenn nicht, auch nicht so schlimm.

Wie fühle ich mich hinsichtlich Schmacht? Schmacht kenne ich irgendwie nicht mehr. Kann mich nicht daran erinnern, seit Juli noch irgendwie einen Schmacht-Anfall gehabt zu haben. Sicherlich ist man nur „trockener Raucher“, sollte die Finger von allen Rauchwaren lassen, aber Schmacht ist nicht mehr gekommen. Hin und wieder wundere ich mich noch, wie viel mehr man in der gleichen Zeit an Arbeit schafft, damit oft irgendwie früher „Feierabend“ hat, soweit man ihn als Selbständiger haben kann. 😉


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